Skip to main content

Spirits Of Fire - Spirits Of Fire (Japanese Edition) 2019

Tim Owens zum zweiten: nachdem der umtriebige Sänger letztens bereits Teil des verdammt guten THE THREE TREMORS-Projektes sein durfte, gibt er uns jetzt einen Nachschlag in Form einer absoluten Supergroup. Bei Namen wie Owens, Chris Caffery, Steve DiGiorgio und Mark Zonder kann die Erwartungshaltung gar nicht hoch genug sein. Und wenn an den Reglern dann mit Roy Z. noch der Feuerwehrmann sitzt, der bereits bei Rob Halford und Bruce Dickinson so manchen Großbrand löschen konnte und musste, kennt die Euphorie wahrlich keine Grenzen mehr.

Vor knapp zwei Jahren stürmte eine Meldung die einschlägigen Gazetten dieser Welt, als eine neue Supergroup angekündigt wurde. Die Rede war von einer Zusammenarbeit von Tim „Ripper“ Owens, Chris Caffery (Savatage, Trans-Siberian Orchestra), Steve DiGiorgio (Testament) und Drummer Mark Zonder (Ex- Fates Warning).

Dabei verwundert es wohl kaum, dass das Ergebnis wie eine Mischung aus Judas Priest und alten Savatage klingt, was durch die transparente, drückende und dennoch trockene Produktion von Roy Z zusätzlich unterstützt wird. Doch eine klangvolle Produktion und eine All Star Band sind noch lange kein Garant für ein herausragendes Album. So hat auch „Spirits Of Fire“ ein paar Kanten, die nicht unbedingt neu klingen. Doch die Frage ist ja letztlich auch, ob man das als Fan überhaupt will. Besonders Caffery äußerte sich dazu, dass er schon seit Ewigkeiten die Musik von Judas Priest hört und zudem über dreissig Jahre mit Jon Oliva zusammenarbeitet. Das hinterlässt natürlich Spuren, die hier ganz klar und deutlich zu erkennen sind. Erstaunlich dabei ist, dass Caffery im Gegensatz zu seinen Solo-Alben tatsächlich noch richtig gute Songs schreiben kann. Über die gesangliche Leistung von „Ripper“ muss man ohnehin kein Wort mehr verlieren, denn der Mann ist einfach ein Garant für kraftvolles und amtliches Screaming. Es fehlt ein wenig die ganz eigene persönliche Note, die „Spirits Of Fire“ zu einem ganz besonderen Werk werden lässt.

Schon der Opener „Light Speed Marching“ steckt mit seinem treibenden Riffs sowie Leadgitarren- und Gesangsarrangements bis zum Hals im Fahrwasser besagter Platte und während das kaum originell ist, so steht diese Mischung dieser Truppe doch ziemlich gut. Auch das folgende „Temple Of The Soul“ erweist sich als wuchtiges Uptempo-Brett im Stile moderner JUDAS PRIEST. Ähnlich verhält es sich mit Nummern wie „It All Comes Together“ sowie dem gelungenen „Meet Your End“ und so zeigt sich:  Größtenteils rangieren SPIRITS OF FIRE hier im energiegeladenen U.S. Metal neuerer Bauart mit starker britischer Färbung – als Vergleichspunkte bieten sich neben Rob Halford und Co. auch zahmere CAGE an.

Im gelungenen Titeltrack grooven die Herren geradezu infektiös dahin, die anfangs entspannt dahinplätschernde Semi-Ballade „A Game“ geizt zunächst nicht mit Southern Rock-Einflüssen, ehe die Nummer ordentlich Fahrt aufnimmt und das abschließende „Alone In The Darkness“ ist eine gar ruhige Angelegenheit. Die stilleren Momente stehen SPIRITS OF FIRE zwar nicht ganz so gut, aber es zeigt sich doch, dass die Truppe durchaus zu vielschichtigem – und stilsicherem – Songwriting fähig ist und obendrein kann Mr. Owens hier das volle Spektrum seines Gesangstalentes zur Schau stellen.

Mit einer Veröffentlichung wie dem SPIRITS OF FIRE-Debüt kokettiert Tim Owens offenkundig mit seiner Zeit bei JUDAS PRIEST – das sei ihm gegönnt, schließlich markierte das den Beginn seiner Karriere, der große Wurf wird ihm so jedoch vermutlich nicht gelingen. Dazu mangelt es klar an Individualität. Dennoch hört man nicht nur dem Frontmann dieser Band den Enthusiasmus für die Musik hier zu jeder Sekunde an, weshalb SPIRITS OF FIRE dank starker musikalischer Fähigkeiten und grundsolider Songs keinerlei Schwierigkeiten haben sollten, sich in die Herzen traditionsbewusster Metal-Fans zu spielen. Nicht originell, aber absolut unterhaltsam!

Tracklist

1. Light Speed Marching
2. Temple Of The Soul
3. All Comes Together
4. Spirits Of Fire
5. It's Everywhere
6. A Game
7. Stand And Fight
8. Meet Your End
9. Never To Return
10. The Path
11. Alone In The Darkness

 

Line-Up:

Tim Owens: Gesang

Chris Caffery: Gitarre, Background Vocals

Steve DiGiorgio: Bass

Mark Zonder: Schlagzeug

 

https://www.youtube.com/watch?v=Cg1gzFPAhcM