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Thobbe Englund - Hail to the Priest 2019

Seit seinem Ausstieg bei Sabaton versucht Thobbe Englund seine Vergangenheit mit der alten Band hinter sich zu lassen. Die bisherigen Töne des Schweden waren zwar okay, mehr aber auch nicht. Deshalb ist es umso mehr schleierhaft warum er nun ein komplettes Album in Huldigung an seine großen Vorbilder Judas Priest auf den Markt bringt.

THOBBE ENGLUND feiert halt mit „Hail To The Priest“ seine Helden

Mit „The Sentinal“ legt er dann mal gleich gut vor. Der Song treibt, kommt im passenden Sound, die Vocals, Gitarren und der Drive kommen dem Original recht nahe. Die Mischung ist gut durchgerührt, statt einem langweiligen Best Of Programm gibt es Songs, die es auch bei JUDAS PRIEST nicht mehr oft gibt. Der 76er Oldie „The Ripper“ lässt daran denken, Scheiben wie „Sad Wings Of Destiny“ und „Rocka Rolla“ mal wieder aufzulegen. „Reckless“ vom “Turbo”-Album kommt hier ebenso zu Ehren wie „Desert Plains“ von „Point Of Entry“, ebenfalls nah am Original. Auch das unterbewertete Album „Ram It Down“ wurde mit zwei Songs bedacht. Wobei „Blood Red Skies“ hier etwas dünn und ausdruckslos rüber kommt.

Fast witzig wird es, wenn die Songs einen etwas rockigeren Touch kriegen, weg von Früh-Metal des Originals. Da kriegen einige Tracks wie „Reckless“, „Between The Hammer And The Anvil“ oder das abschließende „I´m A Rocker“ einen dicken Touch Schweden-Hard Rock ab, man denkt an Bands wie TREAT, SWEDISH EROTICA, SILVER MOUNTAIN oder frühe EUROPE. Was anfangs so seltsam klang, kriegt nach einigen Durchgängen seinen ganz eigenen Charme. Charmant ist auch, dass ENGLUND nicht nur auf JUDAS PRIST schaut, sich als Fan von ROB HALFORD zeigt. So ehrt er den PRIEST-Sänger, indem er mit dem gelungenen, modern klingenden „Into The Pit“ und dem heavy stampfenden „Immortal Sin“ auch Songs von dessen Band FIGHT präsentiert.

Der Version von „Hell Bent For Leather“ kann man allenfalls das Prädikat „nett“ geben. Wenn man vorher noch die „Killing Machine“ auf dem Player hatte, wo das Original jede Lusche zum Metalkrieger macht, da kann dieses eher Hardrockige Cover nur verlieren. Ähnlich ist es mit der Ballade „Before The Dawn“ vom gleichen Klassikeralbum. Schön gesungen, nett zum Kuscheln, aber das Gänsehautfeeling des Originals macht sich nicht breit. Auch „Burn In Hell“ brauchte eine Weile, um zu zünden. Dass THOBBE ENGLUND überhaupt einen Song vom „Jugulator“-Album mit Tim Owens (u.a. ICED EARTH, MALMSTEEN, CHARRED WALLS OF THE DAMNED, SPIRITS OF FIRE) am Mikro bietet, dafür gehen die Daumen hoch.

Nicht schlecht, ganz OK, ganz nett,
das wars aber dann schon

Tracklist

01. The Sentinel
02. The Ripper
03. Reckless
04. Immortal Sin
05. Hell Bent For Leather
06. Burn In Hell
07. Blood Red Skies
08. Desert Plains
09. Between The Hammer And The Anvil
10. Into The Pit
11. Before The Dawn
12. I'm A Rocker

 

Blood Red skies

 

zu hören bei www.darkradio.de