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Twilight Force - Dawn Of The Dragonstar 2019

Sagen und Mythen kursieren in Fachkreisen, Spekulationen reihen sich rund um die in Schweden gelegene Stadt, die einige musikalische Ausgeburten vorzuweisen hat. Das liegt bestimmt am Grundwasser oder dem Konsum geheimer Zaubertränke à la Asterix und Obelix. Statt physischer Stärke fördern diese jedoch musikalisches Können. Der Beweis: Sabaton, In Mourning, Follow The Cipher – und natürlich Twilight Force. Letztere schwören erneut fantastische Zauberwelten herauf und kredenzen nach TALES OF ANCIENT PROPHECIES (2014) und HEROES OF MIGHTY MAGIC (2016) jetzt ihr neues Album DAWN OF THE DRAGONSTAR, die erste Veröffentlichung mit Alessandro Conti (Luca Turilli’s Rhapsody, Trick Or Treat) am Mikrofon.

Der Gedanke hinter diesem Projekt ist die Erschaffung einer eigenen Rollenspiel-Figur, die sich aufmacht, um ihr Land von einem übel gesinnten Gebieter zu befreien. Natürlich wird diese Gruppe von Kriegern von einem mächtigen Drachen begleitet, der sich als großer Trumpf erweisen soll. Mit „Dawn Of The Dragonstar“ steht nun das dritte Kapitel dieser Sage für Euch bereit.

Eine Spoken-Word-Passage und schon ist man mittendrin im Geschehen. Der Titeltrack lässt die CD direkt zu Beginn explodieren. Ein typischer Power-Metal-Track, der direkt ins Ohr geht und die Krieger auf eine glorreiche Schlacht einschwört. Die Erinnerungen an die guten Zeiten von RHAPSODY OF FIRE stellen sich unweigerlich nach den ersten Klängen ein.

Ein weiteres Thema, das natürlich nicht fehlen darf, ist die Ode an sein Kampfgerät. „Thundersword“ ist eine schnelle Nummer, die im ersten Augenblick an die Kindheitshelden der Gummibärenbande erinnert. Unterhaltsam und einfach gut produziert, zeigt sich die Band in Bestform. Frohgemut ziehen die Männer mit dem Treueschwur „Long Live The King“ in die Schlacht. Die Klischees werden hier so ausgiebig bedient, das die Satire klar erkennbar ist und sich gerade deshalb so amüsant präsentiert.

Das Epos „With The Light Of A Thousand Suns“ wird flankiert durch einen opulenten Chor und operdeskten Gesängen, die eine gewisse Zeitlosigkeit diesem Beitrag verleiht. Dennoch gestaltet sich der Track als etwas zu lang, daher direkt zum nächsten Abenteuer. Auch „Winds Of Wisdom“ bedient sich an Klassik-Elementen, bekommt es aber besser hin. Ein kurzweiliger Track, der sofort jeden True-Metaller zum Lächeln bringen wird.

In die gleiche Kerbe schlägt „Queen Of Eternity“. Ein temporeiches Stück, das die musikalische Klasse dieser Band unter Beweis stellt und bereits beim Zuhören die Lust auf ein Live-Konzert steigert. Verspielt und verwunschen zeigt sich „Hydra“. Im Mid-Tempo angesiedelt kann dieser Beitrag insbesondere durch seinen Refrain überzeugen. Wir nähern uns dem Ende der Veröffentlichung und die Stücke werden immer länger: Kommt „Night Of Winterlight“ noch mit gut fünf Minuten reinstem Power-Metal aus, so braucht „Blade Of Immortal Steel“ gute 12 Minuten, um den Ausklang dieser CD zu perfektionieren. Ein ruhiger Beginn soll den Zuhörer in Sicherheit wiegen, ehe die Herren wieder ihre Arbeit aufnehmen und einen packenden Metalsong zaubern.

"Dawn Of The Dragonstar" liefert durchweg das, was schon "Heroes Of Mighty Magic" zu liefern wusste, erweitert diesen Sound aber nicht und lässt so den Überraschungseffekt vermissen, den der Vorgänger inne hatte. Der Vorgänger konnte das Debüt seinerzeit alt aussehen lassen und war 2016 sicherlich DIE Power Metal Scheibe, aber diesen Effekt kann das dritte Album nicht erzeugen. Es gibt keinerlei Ausfälle und die Scheibe ist jedem Fan von symphonischem Power Metal erneut ans Herz zu legen.

Tracklist

  1.     Dawn Of The Dragonstar
  2.     Thundersword
  3.     Long Live The King
  4.     With The Light Of A Thousand Suns
  5.     Winds Of Wisdom
  6.     Queen Of Eternity
  7.     Valley Of the Vale
  8.     Hydra
  9.     Night Of Winterlight
  10.     Blade Of Immortal Steel
  11.     The Power Of The Ancient Force (Hanna Turi Version)
  12.     With The Light Of A Thousand Suns (Orchestral Version)

 

 TWILIGHT FORCE - Dawn Of The Dragonstar (OFFICIAL VIDEO)

 

zu hören bei www.darkradio.de