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Tygers Of Pan Tang - Ritual (Japanese Edition) 2019

Das Vorgängeralbum gehört zu den erfolgreicheren der dänischen Plattenfirma Mighty und bewies, dass auch Bands wie die TYGERS OF PAN TANG, deren wechselhafte Geschichte etwas unübersichtlich ist, mit Beharrlichkeit und Geschick einen goldenen Spätherbst ihrer Karriere feiern können. Dass dem starken italienischen Sänger Jacopo Meille neben Songwriter und Ur-Mitglied Robb Weir dabei der Hauptanteil des Erfolgs zugeschrieben werden kann, dürfte sich herumgesprochen haben. „Ritual“ ist ein Album, wie es kaum noch erscheint. Die Songs zeichnen sich durch eine lockere Gradlinigkeit aus, die man eher aus dem AOR/Melodic-Rock-Sektor kennt, während das Soundgewand mit satter Gitarren-Distortion fast schon nach Heavy Metal klingt. Die Tygers haben in ihrer Karriere beides gemacht und sind nun bei einer Mischung angelangt, die für viele traditionelle Hörer passt.

Neben flotten Headbangern Marke „Raise Some Hell“ oder „White Lines“ machen schleppende Groovepanzer wie das pfundschwer auf den Rüssel hauende „Rescue Me“ eine verdammt starke Figur. Als echte Highlights outen sich eingängig krachende hymnenhaft heroisch gekennzeichnete TYGERS-Midtempo-Groover wie „Destiny“, „Spoils Of War“ oder „Love Will Find A Way“ bei denen das erste Riff sofort unwiderstehlich packt. Ein griffig schneidend die rauere Seite mit verstecktem Augenzwinkern hervorhebend im Stil ganz früher 80er-TYGERS Alben stehender Riff-Rocker vom Typ „Damn You!“, passt  in jeden TYGERS-Live-Set rein. Demzufolge blieb es nur eine Frage der Zeit, wann die obligatorische Ballade kommt... die ist in „Words Cut Like Knives“ vertreten und wirkt keineswegs aufgesetzt kitschig, zumal das Stück durch Steigerung des Härtegrades zusätzlich Attraktivität gewinnt. „Sail On“ weckt mit von Möwenschreien unterlegter Startsequenz Erinnerungen an englische Küstenlandschaften, da bleibt reichlich Platz zum Träumen, ohne die bewährte sich im Mittelteil erhöhende spätestens ab dem Schlußdrittel mächtig an der Temposchraube drehende TYGERS-Dynamik vermissen zu lassen. „Ritual“ reicht in jedem Fall an die Klasse der drei tollen Vorgängerscheiben heran.

Den Briten um Gitarrist Robb Weir ist ein echter Meilenstein gelungen. Ein Album, das in der langen und äußerst guten Diskografie der Band ganz weit vorne stehen wird.

Tracklist

1. Worlds Apart
2. Destiny
3. Rescue Me
4. Raise Some Hell
5. Spoils of War
6. White Lines
7. Words Cut Like Knives
8. Damn You!
9. Love Will Find A Way
10. Art of Noise
11. Sail On

 

Tygers Of Pan Tang - White Lines (Official Music Video)

 

zu hören bei www.darkradio.de