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Unleash The Archers - Apex 2017

Macht süchtig!

Unleash The Archers - Apex 2017



Mit einem unheilschwangeren Intro zu “Awakening” wird gleich die für die Band recht untypische, dunkle Stimmung des Albums klar. Plötzlich bricht dann ein thrashiges Gitarrengewitter über einen herein, und Sängerin Brittney Slayes eröffnet mit einem Power Metal-Schrei, der sich gewaschen hat. Wer UNLEASH THE ARCHERS bis dato nicht kannte weiß spätestens jetzt: Sie sind schnell, druckvoll, und haben eine Sängerin am Start, gegen die man erstmal anspielen muss. Dass ihnen das auch gelingt beweisen sie auf “Apex” abermals mit Bravour. In bester Heavy Metal-Manier geht es treibend weiter, gerne auch mal mit einer Portion Kitsch, wenn es mal wieder in Richtung Power Metal geht. Songs wie “Cleanse The Bloodlines” und “Ten Thousand Against One”, beide absolute Highlights auf der Platte, steuern dann noch die für die Band fast obligatorische Portion Melodic Death bei. Auch immer mit vorhanden: Mitreißende Melodien sowohl in der Gitarren- als auch in der Gesangsecke.

Auf APEX klingt die Sache runder, der Gesang der Frontfrau sitzt in natürlicheren wie extremen, aber kontrollierten Lagen, und der Sound (gemischt und gemastert von Jacob Hansen) klingt druckvoll und sauber.
Die Gitarrenharmonien und knackigen Riffs kommen somit schöner zur Geltung. Das lässt mehr Spaß am Song-Material zu: Die aggressive Power Metal-Attacke ‘Awakening’ gefällt mit schön schmatzendem Bass, treibenden Gitarren, galoppierenden Drums und energetischen Strophen, während ‘Cleanse The Bloodline’ die Bandbreite mit Growls und epischen Chören noch mal erweitert. Mit ‘Ten Thousand Against One’ ist Unleash The Archers ein veritabler Hit gelungen: ein dicker Stampfer mit Gangshouts, fesselnder Dramaturgie und fantastischen Melodiebögen, die ins Ohr und die Faust gehen!

UNLEASH THE ARCHERS begannen als Band, die fest im Melodic Death Metal verwurzelt war, jedoch mit Sängerin Britney Slayes eine Ausnahmestimme für die melodischen Refrains in ihren Reihen hatte.

Seit nunmehr zehn Jahren haben sich die Kanadier UNLEASH THE ARCHERS dem - natürlich wahren - Heavy Metal verschrieben und veröffentlichen dieser Tage mit dem Konzeptwerk „Apex“ ihr viertes Album. Dass das Quintett sich in der vergangenen Dekade einen durchaus respektablen Bekanntheitsgrad erspielen konnte, liegt zu einem nicht unerheblichen Teil an Frontfrau Brittney Slayes, die eine vorzügliche Sängerin ist. Ihr stehen - ähnlich wie ihrer Kollegin Veronica Freeman von Benedictum - alle Töne zwischen sehr hoch und sehr tief zur Verfügung, klare Stimmlagen oder aggressivstes Gekeife beherrscht sie spielerisch und reiht sich damit ein in die Folge weiblicher Metal-Sängerinnen, die ihre männlichen Kollegen mit Leichtigkeit an die Wand singen.

Musikalisch gehen UNLEASH THE ARCHERS konsequent den Weg weiter, den sie bereits auf den ersten drei Veröffentlichungen beschritten haben und spielen einen hier und da zum Bombast neigenden Power Metal mit teils martialischen Untertönen. Genre-typisch setzt die Band auf eingängige Melodiebögen und pathetische Refrains, gönnt sich aber auch immer wieder Ausflüge in härtere Gefilde, die dann vor allem von Slayes‘ Stimme getragen werden. Diese Momente lockern das musikalische Konzept der Band wohltuend auf, ansonsten herrscht aber ausschließlich Faust-in-die-Luft-Atmosphäre. Die erzählten Geschichten sind durchzogen von den üblichen Phrasen von Kampfesmut, den überlegenen Kriegerfiguren (wobei mit „The Matriarch“ eine überlegene Frauenfigur auftritt), Schwertergeklirr und heroischem Pathos; konsequenterweise kleidet man diese Melange stilsicher in ein musikalisches Gewand aus hohen Schreien, Chören, wuchtigen Riffs, blitzschnellen Gitarren-Leads und emotional aufgeladenen Refrains. Und es funktioniert - Songs wie der Opener „Awakening“, das bereits im Voraus veröffentlichte „The Matriarch“, „The Coward’s Way“ oder „Ten Thousand Against One“ sind sauber komponierte Power-Metal-Kracher erster Güte.

Mehr HELLOWEEN, gar kein Death Metal mehr. Im Gegensatz zum direkten Vorgänger hat man dafür noch mehr Hits geschaffen, welche "Apex" zum bislang homogensten UNLEASH THE ARCHERS Album machen. Macht süchtig!

Tracklist

1. Awakening 07:17
2. Shadow Guide 03:56
3. The Matriarch 04:02
4. Cleanse the Bloodlines 05:54
5. The Coward's Way 05:05
6. False Walls 08:05
7. Ten Thousand Against One 05:37
8. Earth and Ashes 06:35
9. Call Me Immortal 05:46
10. Apex 08:20

https://www.youtube.com/watch?v=PfSL-6YExzk