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Warrel Dane - Shadow Work 2018

Das definitiv letzte Werk einer der emotionalsten Stimmen des Heavy Metal. Die Aufnahmen, die Dane bis zu seinem (mehr oder minder) überraschenden Tod am 13. Dezember 2017 in Brasilien für sein kommendes Solowerk eingesungen hatte, wurden nun zu SHADOW WORK zusammengefasst. Böse Zungen könnten ja sagen, ein hoch auf den Ausverkauf, aber wären diese Songs für immer im Archiv verschwunden, hätte erst recht niemand etwas davon gehabt.

Die Gruppe bestand neben Dane aus Marcus Dotta, dem Schlagzeuger des Shredders Tiago Della Vega, dem unter anderem bei Fusion-Ikone Frank Gambale in die Schule gegangenen Gitarristen Johnny Moraes (eigene Band: Hevilan) dessen in Kammermusik und Jazz bewandertem Kollegen Thiago Oliveira (Seventh Seal) sowie dem Bassisten Fabio Carito.

Ursprünglich als 80-minütiges Monumental-Werk geplant, finden sich auf “Shadow Work” lediglich knapp 42 Minuten verteilt auf sieben Songs nebst Intro, die aber schon in dieser verkürzten Fassung eine deutliche Abkehr des Sounds auf WARREL DANEs erstem Soloalbum zeigen. “Shadow Work” ist bei weitem nicht so reduziert und geradeheraus gestrickt wie sein Groove Metal- und fast Alternative-lastiger Vorgänger, vielmehr thrashig, technisch anspruchsvoll und komplex mit viel Fokus auf filigraner Solo- und Drum-Arbeit und, so kann allenfalls vermutet werden, als progressive Power- und Thrash-Rückkehr zu NEVERMOREs Glanzjahren konzipiert gewesen. Auch wenn jeder Song für sich stehen kann, nichts wirklich fragmentarisch erscheint und “Shadow Work” keine Ansammlung bloßer Demo-Tracks ist, lässt sich allenfalls erahnen, in welche Richtung Dane sein Schiff steuern wollte.

Viel schwerer wiegt jedoch, dass Dane zu Lebzeiten seine Vocal-Tracks nicht vollenden und sein Gesang postum nur aus Vor-Produktionen und Studio-Sessions verwendet werden konnte. “Shadow Work” weist natürlich auch die großen hymnischen Refrains auf, die so passgenau wie eh und je auf Dane zugeschnitten sind. An der vollen dramatischen Tragweite seiner Stimme aber kratzen lediglich “Madame Satan” und “As Fast As The Others” sowie mit Abstrichen “Rain” und das THE CURE-Cover “The Hanging Garden”, mit dem Dane abermals sein Faible für Gothic-Pioniere bezeugt. Überwiegend ist merklich im Entwicklungsstadium befindlicher, fast erzählerischer Gesang zu hören als auch von Dane bisher nie gekanntes, wobei unklar ist, ob gedoppelter Gesang, Chöre und gar Growls zum ursprünglichen Plan gehörten oder schlicht aus der Not heraus verwendet worden sind.

So oder so - absoluter Pflichtkauf und ein Erbe, das noch lange im Player rotieren wird. Danke, Sir Warrel Dane.

Tracklist

1     - Ethereal Blessing     1:12     
2     - Madame Satan     4:37     
3     - Disconnection System 6:01     
4     - As Fast as the Others 4:42     
5     - Shadow Work     4:13     
6     - The Hanging Garden - cover version     5:52     
7     - Rain     5:41     
8     - Mother Is the Word for God 9:32

 

WARREL DANE - As Fast As The Others (Album Track)