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Wilde Jungs - Unbesiegt 2017

Dem Volk aufs Maul geschaut


Wilde Jungs - Unbesiegt 2017



Dem Volk aufs Maul geschaut

Ganze 4 Jahre dauerte es, bis nach "Hasspirin" jetzt endlich ein neues Album am Start steht.
"Unbesiegt"
Und „Unbesiegt“ ist eine Kampfansage, behandelt die Geschichte von Tyson, der sich trotz Schreibblockade und ausbleibenden kreativen Ergüssen nicht vom Weg hat abbringen lassen, sondern sich auf das wesentliche und die Anfänge der Band besinnt hat. Eine Geschichte von Freundschaft, die die Band durch Höhen und Tiefen trägt und allen Zweiflern zum Trotz immer weiter besteht.

Mit Texten, die dem Volk aus dem Maul geschaut sind, Durchhalteparolen, Freundschaft und der „nach vorne“-Attitüde hatten sie bisher Erfolg und verlassen diesen Pfad auch auf ihrem neuen Album nicht. Damit passen sie wunderbar in unsere aktuelle Zeit, spielen mit Bands wie Haudegen, Betontod und wie sie alle heißen, in einer Liga. Musikalisch setzen sie auf punk-beeinflusste Sounds, die sich auch an den Toten Hosen orientieren, wie bei „Steh auf“ und „Der Groschen fällt“ deutlich zum Vorschein kommt. Man könnte nun sicherlich anmerken, dass den Wilden Jungs ein wenig mehr Eigenständigkeit gut tun würde, doch wenn man Songs mit Mitgröhlfaktor eins veröffentlicht, wird man der deutschen Kultur der heutigen Zeit gerecht. Dass es dabei sicherlich auch immer wieder engstirnige Menschen gibt, die die Band in eine fragwürdige Ecke drängen wollen, ist klar. Doch die Band lässt sich davon nicht unterkriegen und zieht ihren Stiefel eindrucksvoll durch. Mit Sicherheit wird auch dieses Album wieder in den Charts auftauchen und das auch mit Recht.

Der erste Track „Boudicca“ ist ein episch anmutendes Intro für das Album, der als musikalische Interpretation die Stimmung des Albumcovers perfekt wiedergibt. „Vorwärts über Gräber“ kommt rotzfrech punkig daher und ruft zum Ausbruch aus festgefahrenen Mustern auf. Eine Kritikäußerung gegenüber der Naivität der Gesellschaft und verlorenen Werten. Hier zeigt sich, die „Wilden Jungs“ wollen nicht nur kommentieren, sondern ihre Meinung klar kund tun, anecken und zum eigenständigen Denken anregen. Ähnliches wird mit „Der Groschen fällt“ und „Hip Hip Hurra“ ausgedrückt. Die Verdummung der Gesellschaft, blinder Gehorsam und das Festhalten an falschen Idealen sind Punkte, zu denen die Band ihren Standpunkt klar vertritt. Die Aussagen kommen auch klar und deutlich an, vollkommen egal ob bretterhart oder akustisch zart. Der Titeltrack „Unbesiegt“ sticht als einzig gefühlvoll anmutende Ballade aus den anderen Songs hervor. Thematisiert wird die Kraft einer Idee, was diese bewirken und was ein Festhalten daran erreichen kann. Auch herausstechen kann „Steh auf“ - ein Aufruf nie aufzugeben, immer weiter zu machen, weiter zu kämpfen, der fast schon Hymnenqualität hat. „Meine Richtung“ spricht ein ähnliches Thema an - das Vertrauen in sich selbst zu festigen - ist dabei nur deutlich rockiger und schneller. Mit „Atme die Gewalt“ wird eine mächtig druckvolle Kampf- ansage in das Land geschmettert, die klar verdeutlicht: Die „Wilden Jungs“ sind wieder da! Als Kontrastprogamm zu den vorherrschenden kritischen und ernsten Themen in den vor- herigen Songs wird mit „Voll oder nüchtern“ dem Leben gefrönt! Im Augenblick verweilen und jeden Moment genießen, solange das Leben uns führt - vollkommen egal ob voll oder nüchtern! Mit einem kurzen Zwischentrack „Tritt herein“ werden wir in das Theater des Lebens eingeladen und verbringen eine Minute, zumindest akustisch, auf der Kirmes oder im Zirkus. So werden wir auf den letzten Song „Das Theater“ eingestimmt, der das Album musikalisch und thematisch perfekt abrundet.

„Wilde Jungs“ sind schon lange keine Randerscheinung mehr. Nach der ersten Chartplatzierung mit „Hasspirin“ wurde nun mit „Unbesiegt“ ein überaus würdiger Nachfolger geschaffen, der nochmal deutlich mehr Potential hat. Kritische Texte, mitreisende Melodien und eine kompromisslose Darbietung sorgen dafür, dass „Unbesiegt“ ins Ohr geht und im Kopf bleibt. Auch wenn die Texte zum mitgrölen ausgelegt sind, kommt der tiefere Sinn doch immer an. Ganz klar findet man Tysons Kampf mit sich selbst und seiner Schreibblockade in einigen Songs wieder, aber auch der ungebremste Wille und die Kraft, wieder aufzustehen, immer weiter zu machen und zu kämpfen für das, was einem wichtig ist. Mit all diesen Emotionen ist den „Wilden Jungs“ ihr bisheriges Meisterwerk gelungen!

Tracklist:

01 Boudicca
02 Vorwärts über Gräber
03 Meine Richtung
04 Atmet die Gewalt
05 Steh auf
06 Der Groschen fällt
07 Unbesiegt
08 Hip Hip Hurra
09 Diese Nacht ist heilig
10 Senorita
11 Mach Dich nicht zum Charly
12 Voll oder nüchtern
13 Tritt herein
14 Das Theater

https://www.youtube.com/watch?v=jKfnspZI8CI