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Witherfall - A Prelude To Sorrow 2018

Ob heftig riffende Power Metal-Attacken, progressiv-verschrobene Rhythmen, ausladende Frickelsoli oder clean gespielte, zerbrechliche Akustik-Passagen – die Songs atmen die Düsternis, Verzweiflung und Unumkehrbarkeit des nahenden Tods (stimmig illustriert von Cover-Künstler Kristian Wåhlin). Dabei wandeln die Kalifornier um Gitarrist Jake Dreyer (Iced Earth), Schlagzeuger Steve Bolognese (Ross The Boss, ehemals Into Eternity) und Sänger Joseph Michael auf technisch höchstem Niveau stilistisch zwischen Nevermore (Michael vertritt nicht umsonst den verstorbenen Warrel Dane bei Sanctuary), Control Denied/Death und Symphony X.

"A Prelude To Sorrow" ist ein Konzeptalbum, aber nicht in dem Sinne, wie es sich die meisten Leute vorstellen. Bei unserer Geschichte fungiert nicht jeder Song als einzelnes Kapitel. Die Inspiration liegt in der düsteren Realität, die der Tod unseres Schlagzeugers und eines unserer besten Freunde, Adam Sagan, mit sich brachte. Diese Songs sind rohe emotionale Reflexionen, geschrieben in den späten Abendstunden unter dem Einfluss von Wein und Kummer, während wir unseren Freund kämpfen sahen und ihm dabei halfen und er letztlich den Kampf gegen sein Lymphom verlor. Wir hoffen, dass dies ein passendes Requiem für unseren Freund, einen talentierten Musiker, ist."

Nach dem stimmungsvollen, titelgebenden Intro gehen WITHERFALL mit „We Are Nothing“ gleich in die Vollen: Ein schwerer, stampfender Grundrhythmus, kraftvolle Vocals von Joseph Michael, der das gesamte Repertoire von höchsten Stimmlagen bis zu düsterem Gefauche beherrscht, sowie ein epischer Refrain machen den Song zu einem ersten Highlight. Plötzlich wird das Tempo merklich gedrosselt, der Song verliert sich nachdenklich-träumerisch in Akustik-Melodien, bevor er nach einiger Zeit wieder zu der anfänglichen Stilistik zurückkehrt.

WITHERFALL legen pure musikalische Variabilität an den Tag und schreiben Songs, die verschiedene Motive und Stimmungen zu einem Gesamtkunstwerk vereinen. Dabei ist die Band sowohl in der Lage, ausufernde Epen abzuliefern („We Are Nothing“, „Vinatge“), als auch kurze und prägnante Songs zu schreiben („Ode To Despair“).

Ob verschachtelt-progressive Arrangements, rasend schnelle Parts, walzende Midtempo-Brecher mit Power-Metal-Elementen oder rein akustische Harmonien („Maridian’s Visitation“, „The Call“) – WITHERFALL bedienen eine beeindruckende Bandbreite.
Die Platte ist allerdings bei aller Spielfreude alles andere als Gute-Laune-Metal, das lassen die Songtitel bereits erahnen. Denn über allem schwebt Melancholie und Verzweiflung: WITHERFALL verarbeiten mit „A Prelude To Sorrow“ wie bereits auf dem Erstling ihre Trauer über den Tod ihres 2016 verstorbenen Drummers Adam Paul Sagan. So ist der Albumtitel abgeleitet von den Initialen des toten Freundes und die Songtexte reflektieren in erster Linie dunkle und trübsinnige Gemütslagen.

Progressive Power Metal fast so, wie er ursprünglich gespielt wurde - WITHERFALL dürfen gerne in die Fußstapfen von Savatage, Crimson Glory und ähnlicher US-Ostküsten-Acts treten, deren Glanzzeit bzw. Existenz schon länger vorbei ist.
WITHERFALL haben beeindruckend nachgelegt und es klingt so, als würden sie noch eine ganze Weile auf der Überholspur fahren.

Tracklist:

1. A Prelude To Sorrow (1:21)
2. We Are Nothing (11:15)
3. Moment Of Silence (6:50)
4. Communion Of The Wicked (6:35)
5. Maridian?s Visitation (3:30)
6. Shadows (7:03)
7. Ode To Despair (3:51)
8. The Call (3:52)
9. Vintage (11:06)
10. Epilogue (2:53)

 

WITHERFALL - Moment Of Silence (Playthrough)