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Wolfen – Rise Of The Lycans 2018

Nachdem es 2017 etwas ruhiger um die deutsche Metal Underground Institution Wolfen geworden war, lassen die Kölner in diesem Jahr mit ihrem neuen Longplayer mit dem Titel Rise Of The Lycans aufhorchen. Im Lineup hat es zwei Änderungen gegeben: Andreas Dötsch (Andi The Wicked), in Koblenz als Gitarrengott verschrien, ersetzt Langzeit-Gitarrist Björn Grüne. Interimsdrummer Siggi Grütz ist nun festes Bandmitglied und ersetzt Holger Bloempott. Für den Song Timekeeper konnte Chris Boltendahl (Grave Digger) als Gastsänger gewonnen werden.

Wer an teutonische Bands mit Wolfsthema denkt, der denkt geographisch nach Saarbrücken und musikalisch an sich wiederholende Witzchen mit sakralen Texten. Zum Glück aber gibt es noch WOLFEN, die ihre Musik wesentlich ernster nehmen als angesprochene Komiker. Seit dem Jahr 2000 veröffentlicht die im Großraum Köln angesiedelte Band um Gitarrist Frank Noras und Sänger Andreas von Lipinski bereits ordentliche bis sehr gute Heavy und Power Metal-Alben. Anders als bei ähnlich gelagerten Bands, die von Release zu Release an Härte abnehmen, legen WOLFEN pro Release anscheinend immer noch eine Schippe drauf. So war auch der 2014er Output "Evilution" bereits ein regelrechter Kracher an der Grenze zum Thrash Metal. Vier Jahre und einige Besetzungswechsel später steht nun "Rise Of The Lycans" in den Regalen. Und es lässt sich festhalten: Während die anderen Wölfe Vampircapes tragen, haben WOLFEN tatsächlich Zähne und liefern ihr bislang bestes Album ab!

Dies ist schon beim Opener Rebirth of the Regulators zu hören, der mit energischem Drumeinsatz und einem fließenden Lick beginnt, um in thrashige Riffs zu münden, die zusammen mit Bass und Schlagzeug den Rhythmus bestimmen, bis Andreas von Lipinski mit markanten Vocals einsetzt.

Genetic Sleeper ist von den Riffs geprägt, die eher im Power-Metal angesiedelt sind.

Forgotten Dreams gibt den Gitarristen die Möglichkeit, die Bandbreite an Spielweisen, die zwei so versierte Gitarristen wie Frank Noras und Andi Doetsch zur Verfügung haben, auszunutzen. Schnelle Läufe, fließende Melodien, harmonisierende Riffs münden in eine Passage mit sich abwechselnden Leads und einem wunderbaren Solo. Die Gesangsmelodie geht ins Ohr und bleibt hängen.

Xenophobia geht mit packenden Riffs straight nach vorne. Beim Refrain, der durch harmonisch eingängige Akkordfolgen umrandet ist, wirkt die Riffdichte intensiv, was dem Ganzen noch mehr Kraft verleiht. Auch die Unterstützung der Grundlinien durch den Bass trägt zur Dynamik bei.

Science and Religion ist ein langsamer, ruhiger Song, melancholisch und schwermütig, der irgendwie nicht ins Set passt und trotz der Länge nicht auf den Punkt kommt.

Dann geht wieder richtig zur Sache: Timekeeper ist ein reinrassiger Power Metal Song, fett, griffig und gekrönt von Chris Boltendahls grave-diggerndem Gesang.

Der Titelsong Rise of the Lycans sowie Succubus zeichnen sich durch rhythmische Akzente, schöne Gitarrenmelodien und tolle Soli aus.

New World Order beginnt mit doomigem Bass, über den sich lässige Gitarrenlinien legen. Die dynamische Basslinie trägt den Song, der eine ohrwurmträchtige Melodie entwickelt und mit einem fantastischen Solo daherkommt.

Vier Jahre nach ihrem letzten Album Evilution sind Wolfen mit einem mehr als starken Power Metal-/Thrash Metal-Album zurück, welches gleichzeitig die Vorgänger in den Schatten stellt.
Rise of the Lycans ist ein echtes Stück Power-Metal mit Thrash-Zugaben, die für das gewisse Etwas sorgen. Dem einen oder anderen Song hätte es gutgetan, wenn er kürzer und klarer strukturiert wäre. Dennoch ist das Album rundherum fett und solide mit thrashigen Riffs, dem gradlinigen und energischen Drumming von Siggi Götz, das durch Nicolas Filter am Bass abwechslungsreich unterstützt wird und den markanten Vocals von Andreas von Lipinski. Die Möglichkeiten, die sich durch die neue Besetzung ergeben haben, wurden ausgelotet. Die Rhythmusabteilung ist druckvoll und die Gitarrenarbeit sowohl im rhythmischen wie im melodischen Bereich abwechslungsreich. Garniert mit dichten Riffs, tollen Soli und Passagen, in denen sich Frank Noras und Andi Doetsch gegenseitig Licks und Leads zuwerfen, machen das Album wirklich hörenswert.

Tracklist

01 - Wolfen - Rebirth of the Regulators - 05:12
02 - Wolfen - Genetic Sleepers - 05:20
03 - Wolfen - Forgotten Dreams - 06:19
04 - Wolfen - Xenophobia - 06:06
05 - Wolfen - Science & Religion - 06:21
06 - Wolfen - Timekeeper - 06:11
07 - Wolfen - Rise of the Lycans - 05:42
08 - Wolfen - Succubus - 06:30
09 - Wolfen - New World Order - 07:14


Herkunft:  Köln / Deutschland
Album: Rise Of The Lycans
Gesang – Andreas von Lipinksi
Gitarre – Frank J. Noras
Gitarre – Andreas Doetsch
Bassgitarre – Nicolas Filter
Schlagzeug – Sigfried Grütz

 

WOLFEN - Genetic Sleepers - official Video (PURE STEEL RECORDS)