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Wolvespirit - Fire And Ice 2018

Natürlich gibt es mehr als einen Grund, eine Band zu gründen. Aber nur einen, der wirklich zählt: Weil es nicht anders geht. Weil da etwas raus muss, etwas gesagt werden muss, eine Vision mit literweise Herzblut, Leidenschaft und Hingabe Wirklichkeit werden muss. Eine Künstlerin mit einer solchen Vision ist Debby Craft. Die Anführerin des freigeistigen Rock-Rudels WolveSpirit macht nicht Musik, um ihr Ego zu füttern, reich oder bejubelt zu werden. Nein, sie macht aus demselben Grund Musik, weshalb eine Janis Joplin angefangen hat, Musik zu machen. Eine Grace Slick, eine Stevie Nicks.

Überraschenderweise stellt sich "Fire and Ice" seiner Kürze entsprechend als im Vergleich zum letztjährigen Charterfolg reduzierteres, direkteres Album heraus. Hier wird nicht geproggt, sondern neunmal kompakt geradeaus gerockt, gleichwohl nicht ohne den WOLVESPIRIT-typischen Spielwitz und natürlich Debby Crafts Power-Stimme.

Denn bei allem Schmerz und allen Extremen, die ihren Weg auf „Fire and Ice“ gefunden haben sind WolveSpirit noch immer wahre Rock‘n‘Roll-Vagabunden, die für ihr Leben gern auf der Bühne stehen und die Zeit anhalten. Das vereint sie im Geiste mit all den Led Zeppelins, Deep Purples oder Uriah Heeps. WolveSpirit sind ihre modernen Nachfahren, die aus denselben Gründen Musik machen wie die Pioniere vor ihnen, eine Bande von Freigeistern, die ihren eigenen Weg geht. „Wir sind mehr als bereit, zu touren und diesen abgefuckten Clubs da draußen den Rest zu geben“, so Debby voller Vorfreude. Und wenn eine wie sie das sagt, dann ist das verdammt noch mal wörtlich zu nehmen.

Neben den klassischen Gitarrenmelodien und Riffs, die an ‘Led Zeppelin’, ‘Deep Purple’ oder auch ‘Uriah Heep’ erinnern, besticht der Sound vor allem durch den Einsatz der Hammond Orgel. Dazu gesellen sich Stoner Fragmente wie im Eröffnungstrack TELL ME WHY oder auch bei FEATHER IN THE WIND. Ersterer gefällt auch besonders durch den rockigen Groove und animiert schon gleich zu Beginn zum mitnicken.

Der Titelsong FIRE AND ICE geht etwas flotter zu Werke, leicht funky und sehr eingängig. Ein wahrer Ohrwurm. Das folgende BREAK THE CHAINS rockt zwar mehr, aber wirkt auf mich auch etwas belanglos. Da gefällt das richtig Old School nach 60s / 70s klingende WHELL OF LIFE deutlich besser. Schön psychedelisch, und ein Orgelspiel, dem John Lord gerecht würde.

LIKE A WOLF IN THE NIGHT ist ein weiterer Anspieltipp, kommt schön schaurig daher, die Orgel “heult” regelrecht wie ein “Wölfchen”. Auch hier dauert es nicht lange und man hat einen Ohrwurm. AT THE END lädt zum entspannen ein, eher ruhig, chillig und schön “psycheldelic”. Der Song lebt ganz klar von der rauen Stimmer von Debby Craft. Gänsehautmoment!

Mit ROCK N ROLL GYPSY geht es noch mal richtig vorwärts. Ein Party Teil, als würden ‘Led Zeppelin’ Stadionhymnen schreiben. Da will man mithüpfen und mitsingen. Stark. Mit NO MORE sind wir dann auch schon am Ende angelangt

Hardrock mit tiefen Wurzeln in den 1970ern, bereinigt um selbstverliebten Firlefanz und dennoch raffiniert wie gewohnt von WOLVESPIRIT, die dem weltfremden Hippie mit "Fire and Ice" die Zähne ausschlagen, ohne dass er es merkt.

Tracklist:

  1.     Tell Me Why
  2.     Fire and Ice
  3.     Break the Chain
  4.     Wheel of Life
  5.     Feather in the Wind
  6.     Like a Wolf in the Night
  7.     At the End
  8.     Rock N Roll Gypsy
  9.     No More

 

WolveSpirit - Fire & Ice - Official Music Video